Vodafone

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Vodafone GmbH
Vodafone-Logo
Rechtsform GmbH
Gründung 1992
Sitz Düsseldorf, Deutschland
Leitung Jens Schulte-Bockum, Vorsitzender der Geschäftsführung
Mitarbeiter 11.000 (31. März 2013)
Umsatz 9,641 Mrd. EUR (2012/2013)
Branche Telekommunikation
Produkte Mobilfunk, Festnetz, DatendiensteVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.vodafone.de

Vodafone-Campus in Düsseldorf
Ehemaliges Vodafone-Hochhaus in Düsseldorf, Mannesmannufer

Die Vodafone GmbH ist die deutsche Tochter der britischen Mobilfunkgesellschaft Vodafone Group. Sie bietet in Deutschland Mobilfunk, DSL, LTE, Festnetztelefonie und IPTV an.

Die Konzern-Standorte der heutigen Vodafone GmbH befinden sich in Düsseldorf-Heerdt (Vodafone-Campus und Zentrale), Eschborn und Berlin (Konzernrepräsentanz). Daneben gibt es insgesamt acht Regional-Niederlassungen: Hamburg und Langenhagen/Hannover (Region Nord), Berlin (Region Nord-Ost), Dortmund (Region Nord-West), Eschborn/Frankfurt (Region Mitte), Radebeul/Dresden (Region Ost), München (Region Süd), Stuttgart (Region Süd-West) sowie Ratingen/Düsseldorf (Region West).

Geschichte[Bearbeiten]

Gegründet wurde die Vodafone GmbH unter der Firma Mannesmann Mobilfunk GmbH als Mobilfunk-Tochterunternehmen des ehemaligen Mannesmann-Konzerns. Im Jahre 1988 wurde vom Ministerium für Post und Telekommunikation eine Lizenz für ein GSM-Netz ausgeschrieben. Es bildeten sich daraufhin mehrere Bewerberkonsortien, unter anderem ein Konsortium unter der Führung der Mannesmann AG. Am 8. Dezember 1989 erhielt das Mannesmann-Konsortium den Zuschlag für die GSM-Lizenz. Noch im Dezember 1989 ging aus dem erfolgreichen Bewerberkonsortium die Mannesmann Mobilfunk GmbH (MMO) als erster privater deutscher Netzbetreiber mit Sitz in Düsseldorf hervor. Vorsitzender der Geschäftsführung war Peter Mihatsch. Bis Ende 1990 war die Mitarbeiterzahl bereits auf 350 angestiegen. Im Februar 1991 wurde die GSM-Lizenz auch auf das Beitrittsgebiet der deutschen Wiedervereinigung erweitert. Der kommerzielle Betrieb des GSM-Netzes mit der Kurzbezeichnung D2 begann mit der Auslieferung der ersten Endgeräte am 30. Juni 1992. Gegen Ende des Jahres 1992 konnte bereits der 100.000ste Kunde im D2-Netz eingebucht werden. Mannesmann Mobilfunk trat damit in Konkurrenz zur Deutschen Bundespost, die damals bereits das analoge C-Netz betrieb und ebenfalls eine Lizenz für den Aufbau eines digitalen Mobilfunknetzes erhalten hatte, das zur Abgrenzung von D2 als „D1“ vermarktet wurde.

Die Mobiltelefone wurden zunächst über Fernsehhändler und Kaufhäuser zu einem Preis von knapp unter 3.000 DM angeboten. Mit etwa 200 Antennenstationen begann D2 zunächst in einigen deutschen Großstädten wie Hamburg, Bremen, Hannover, Frankfurt am Main und Stuttgart. Schon Ende 1992 erreichte das D2-Netz 80 Prozent Deutschlands. Die Gebühren lagen unter denen des bestehenden C-Netzes der Post. Von Anfang an waren Übergänge an das Festnetz der Telekom vorgesehen. Seit Dezember 1993 schrieb das Unternehmen schwarze Zahlen.

D2-SIM-Karte

Bei der Deutschen Bundespost wurde der Mobilfunkbereich als Marke „D1“ zunächst beim Zentralamt für Mobilfunk und nach der Privatisierung bei der Gesellschaft DeTeMobil (seit 2010 Telekom Deutschland GmbH) des Telekomkonzerns geführt. Daher wandelte sich bei Mannesmann nun auch der Produktname D2 privat immer mehr zu „D2 Mannesmann“. Das Wort „privat“ hatte seine Zugkraft verloren. Bis zur Übernahme von D2 Mannesmann durch den britischen Vodafone-Konzern im Februar 2000 wechselten sich D2 Mannesmann und T-D1 in der Marktführerstellung mehrfach ab.

Für Vodafone bedeutete dieser Zukauf dennoch eine enorme Steigerung des Marktanteils, zumal damit gleich mehrere Firmenbeteiligungen von Mannesmann an Mobilfunkunternehmen außerhalb Deutschlands übernommen wurden. Einige Beteiligungen wurden integriert (z. B. Omnitel in Italien oder SFR in Frankreich), andere Konzernteile mussten aufgrund behördlicher Auflagen verkauft werden (Orange in Großbritannien) oder wurden freiwillig verkauft (Telering in Österreich).

Mit dem Markenwechsel von D2 zu Vodafone wurde 2002 die Mannesmann Mobilfunk GmbH in Vodafone D2 GmbH umbenannt.

Ebenfalls wurde die Festnetzsparte von Mannesmann Arcor in Arcor umbenannt. Vodafone hat im Mai 2008 die Anteile der Mitgesellschafter an Arcor von der Deutschen Bank und der Deutschen Bahn gekauft. Zum 1. August 2009 wurde die Arcor AG & Co. KG in Vodafone AG & Co. KG umfirmiert, um dann am 10. Dezember 2009 komplett in der Vodafone D2 GmbH aufzugehen. Mit der Übernahme wurde Vodafone in Deutschland zum integrierten Telekommunikationskonzern mit den Sparten Mobilfunk, Festnetz, Internet und Datendienste. Die Vodafone D2 GmbH wurde am 1. Februar 2013 in Vodafone GmbH umbenannt.

Im September 2013 erreichte Vodafone eine Aktienmehrheit von 75 Prozent an dem deutschen Unternehmen Kabel Deutschland.

Festnetz(e)[Bearbeiten]

Vodafone betreibt eine bundesweites Festnetzkonzentrationsnetz mittels klassischer ISDN-Technik (aus der Arcor-Übernahme) und parallel auch als IP-NGN-Netz über VoIP. Die Internetanbindung erfolgt über ADSL/ADSL2+, SDSL (nur für Geschäftskunden) sowie VDSL und VDSL2-Vectoring (Kontingentmodell) und in einigen Neubaugebieten auch FTTx. Neben der Deutschen Telekom ist Vodafone mit seiner IPTV-Plattform "Vodafone TV" nach der Einstellung von "Alice TV" durch o2 zum 31. Dezember 2013 der einzige verbliebene Entertain-Konkurrent der Telekom. Das Vodafone-Backbone wird zunehmend auch zur Anbindung der schnellen Mobilfunknetze (3G/4G) genutzt, da die bisherige Richtfunkanbindung kapazitätsmäßig und qualitativ nicht mehr ausreicht um die neuen SRAN-Module für den Mobilfunk anzubinden. Mit dem Erwerb von Kabel Deutschland wird zum einen der nationale Festnetzbackbone von Vodafone gestärkt und zum anderen um direkte Teilnehmeranschlussleitungen (Kabelanschlüsse in den Haushalten) ergänzt. In 13 von 16 Bundesländern ist Vodafone damit künftig im Stande, auf das TAL-Vorleistungsprodukt der Deutschen Telekom zu verzichten und damit jährlich Entgelte in Höhe von rund einer halben Milliarde Euro gegenüber der Telekom einzusparen..

Mobilfunknetze[Bearbeiten]

Vodafone betreibt bundesweite Mobilfunknetze nach dem GSM-, dem UMTS- und dem LTE-Standard.

Die Netze im Einzelnen:

GSM[Bearbeiten]

Für GSM werden die Frequenzbereiche bei 900 MHz und bei 1800 Mhz genutzt. Das GSM-Netz umfasst dabei ca. 20.000 und das UMTS-Netz mehr als 13.000 Basisstationen.

UMTS[Bearbeiten]

Die UMTS-Dienste werden im Frequenzbereich bei 2100 MHz angeboten.

Die Vodafone Deutschland GmbH hat im April 2013 damit begonnen, das UMTS-Netz um den Sprachstandard HD Voice zu erweitern. Der Ausbau soll noch im Sommer 2013 fertiggestellt sein. Mit der bundesweiten Versorgung im UMTS-Netz ist ab spätestens August 2013 zu rechnen.

LTE[Bearbeiten]

Für LTE wurden im Jahre 2010 Frequenzen im Bereich 800 MHz und 2600 MHz ersteigert.

Aktuell läuft die Umrüstung des Vodafone-Mobilfunknetzes auf den neuen Netzstandard LTE (Long Term Evolution). Dabei werden nur bestehende Vodafone-Mobilfunk-Basisstationen aufgerüstet und um LTE-Module erweitert. Nach eigener Aussage wurde Ende 2012 eine LTE-Flächendeckung von 60 % erreicht, aktuell können nach eigenen Aussagen rund 50 Millionen Bürger auf zwei Dritteln der Fläche Deutschlands mit LTE versorgt werden. Anfang April 2013 meldete das Unternehmen dann die Versorgung aller Großstädte in Deutschland. Seit April 2013 bietet Vodafone LTE-Geschwindigkeiten nach Tarifen gestaffelt bis maximal 50 MBit/s und entsprechendem Datenvolumen an.

Unternehmensdaten[Bearbeiten]

Vodafone beschäftigt 11.000 Mitarbeiter in Deutschland. Im Geschäftsjahr 2012/2013 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 9,641 Milliarden Euro. Vodafone hat derzeit einen Marktanteil von rund 28,4 Prozent (2. Quartal 2013). Mit 32.242.000 Kunden ist Vodafone die Nummer zwei im deutschen Markt. Der Marktanteil ging jedoch von 61,6 Prozent im Jahr 1992 über 40,8 Prozent im Jahr 1999 kontinuierlich auf den aktuellen prozentualen Anteil zurück.

Executive Committee[Bearbeiten]

Geschäftsbereich Mitglied seit vorheriges Wirken
Jens Schulte-Bockum Vorsitzender der Geschäftsführung 1. April 2012 Chief Executive Officer Vodafone Niederlande
Dirk Barnard Geschäftsführer Personal 1. Januar 2011 Global Head of Human Resources Braun
Erik Friemuth Geschäftsführer Consumer Marketing 14. Dezember 2012 Kommissarischer Chief Marketing Officer Privatkunden-Marketing
Robert Hackl Customer Operations
Eric Kuisch Technik
Philip Lacor Geschäftsführer Geschäftskunden 1. April 2013 Director Geschäftskunden Vodafone Niederlande
Thomas Nowak Geschäftsführer Finanzen 1. Februar 2013 Chief Operating Officer Auto-Teile-Unger
Timo Sillober Mitglied der Geschäftsleitung Transformation & Digital 1. April 2013 Transformation & Online Vodafone UK
Peter Walz Strategie & Partnerunternehmen 1. August 2008 Hauptabteilungsleiter Consumer Indirect

Kritik[Bearbeiten]

Vodafone hatte den Wert von Mannesmann nach der Übernahme um 50 Milliarden Euro nach unten korrigiert und auf diesen Betrag Teilwertabschreibungen beantragt. Damit konnte der Mobilfunkriese seine Steuerlast über einen längeren Zeitraum um bis zu 20 Milliarden Euro senken. In den Medien präsent war die „Vodaklau“-Kampagne von Attac. Die Abschreibung war legal und sogar gesetzlich vorgeschrieben. Die Kritiker des Konzerns beanstanden auch solche und ähnlich konzernfreundliche Gesetze.